Sonntag, 6. Mai 2012

Kranker Hund

Kranker Hund. Schlimm, weil er ja nicht sagen kann, wo es ihm weh tut. Man kann es nur ahnen, fühlen, tasten. Und man lernt ganz schnell den Unterschied kennen zwischen Theorie und Praxis.

Stellt Euch vor, Ihr geht morgens mit der Bande spazieren, alle toben, schnüffeln, haben Spass. Alles ist in Ordnung. Und dann - nach dem Mittagsschlaf kommt Kimi mit der Hinterhand nicht mehr hoch. Kimi also eingepackt und ab zum Tierarzt. Der disgnostiziert einen entztündeten Nerv, spritzt Antibiotikum und gibt Schmerzmittel für zu Hause mit. Sonntags geht Kimi mit in den Garten, sie wackelt mehr als sie läuft. Abends dann kommt sie gar nicht mehr hoch. Sie wird getragen, treppauf treppab. Mit einem Tuch unter die Hüften wird ihr das Lösen im Garten möglich gemacht. Montags richtet sie sich vorne auf, kommt aber hinten von alleine nicht hoch. Wenn man sie dann auf die Beine stellt, toffelt sie los. Dienstags läuft sie wieder besser, beim Tierarzt gibt's auch nichts Neues. Nur - zwei Tage später kann sie gar nicht mehr laufen, auch nicht mit Unterstützung. Hat Fieber im 3-Tagesrhytmus. Selbst der Tierarzt ist bestürzt und überweist Kimi sofort in die Uniklinik Giessen.

Dort wird KImi von 2 Ärztinnen untersucht, denn zwei sehen und fühlen mehr als eine. Die Röntgenbilder ergeben keine klare Diagnose. Es wird vereinbart, dass CT und MRT gemacht und im Falle eines Bandscheibenvorfalls sofort operiert wird. Wir bekommen ihr Halsband und ihre Leine in die Hand - welch ein Gefühl! und fahren nach Hause, nun beginnt das Warten. Endlich der Anruf aus der Klinik. Die Chefärztin erklärt, dass kein Bandscheibenvorfall vorliegt, ein keliner Tumor ist gefunden worden, Kimi steht schon wieder in läuft! Und von da an geht das weiter, was wir zu Hause schon erlebt haben: 2 Tage schlaffe Lähmung mit hohem Fieber, an 3. Tag steht die Maus auf... die unendliche Geschichte? Kimi wird total auf den Kopf gestellt. Der Check auf Mittelmeerkrankheiten ist negativ, auch passen die Symptome nicht.  Myasthenia Gravis  wird angedacht, auch  Polyradikuloneuritis. Aber auch hier sind Kimis Symptome atypisch. Ich mutiere zu einem wandelnden Medizinlexikon. Erneutes CT und MRT. Zudem gebe ich meine Einverständiniserklärung für eine Synovia Untersuchung. Endlich ein Hinweis: Polyarthritis. Im Laufe der weiteren Untersuchungen wird die Diagnose zur Gewissheit.

In diesen langen Wochen habe ich viele gute Gedanken und Wünsche bekommen und ich dannke allen für all die gedrückten Daumen und auch für die Kerzen, die für Kimi angezündet wurden, für all die Unterstützung. Ich habe viele liebe Anrufe und Emails bekommen, die nicht nur von Kimi erzählt haben, sondern auch über kleine Anekdoten des täglichen Lebens, die mich auf andere Gedanken gebracht haben. All das hat mir Mut gemacht. Und Kimi hat mir gezeigt, dass meine Entscheidung richtig war.

Allerdings gab es auch einige böse und negative Reaktionen. Man hat mir unglaubliche Naivität vorgeworfen, man hat mir gesagt, dass ich meinen Hund unnötig leiden lassen, man hat mir gesagt, dass sich der ganze Aufwand nicht lohnt und ich im Tierheim für wenig Geld einen neuen Hund bekomme. All das hat mich sehr, sehr dünnhäutig gemacht und mich tief verletzt. Wenn ich auf diese Meinungen gehört hätte, wäre Kimi heute nicht mehr am Leben. Aber ich habe auf mein Bauchgefühl vertraut und genau das war richtig.


Einige haben mir auch Egoismus vorgeworfen. Haben mir gesagt, Seelenhund hin oder her, ich müsste Kimi gehen lassen. Dazu kannn ich nur sagen: zum einen stammt der Ausdruck von der Stationsärztin, sie sprach während eines langene Telefonats von Herz- und Seelenhunden, Kimi war für sie ein Seelenhund. Zum anderen habe ich sehr wohl mit meiner Familie als auch unserem "Haus"TA besprochen, wann es Zeit sei, Kimi gehen zu lassen. Ich bin zwar blond (grau) aber nicht blöd. Ich habe während meines Lebens einige Tiere gehen lassen müssen und habe bei 4 den richtigen Zeitpunkt selbst bestimmen müssen. Also weise ich diese Unterstellungen entschieden zurück. Diese haben nichts weiter bewirkt, als mir und meinem Sohn sehr weh zu tun.

Wann ist der Moment gekommen, ein Tier gehen zu lassen? Wenn es nicht mehr aufstehen kann? Wenn es nicht mehr frisst? Kimi hatte immer wieder Tage, an denen sie aufgestanden ist und mit den Pflegern im Klinikgarten spazieren ging. Sie war wach und aufmerksam. Sind das die Situationen, an denen Ihr ein Tier hättet gehen lassen?

Wie sagte schon Immanuel Kant: Was soll ich tun, was darf ich hoffen.

Vielleicht ist es schwer nachzuvollziehen, wie man einen Hund so lange in einer Klinik lassen kann. Natürlich ist jeder Tag ein Tag zu viel. Aber ich hatte jeden Tag Kontakt mit den Ärzten, manchmal auch mehrmals täglich. Ich hatte immer geduldige und kompetente Ansprechpartner und zu keiner Zeit das Gefühl, das Kimi dort nicht gut aufgehoben wäre. Kimi wurde in der Chiurgie behandelt, in der Neurologie und in der Inneren. Man hat ihr den Wechsel von eine zur anderen Abteilung erspart und sie in ihrem vertrauten Umfeld mit den ihr vertrauten Menschen gelassen. Sie war mitunter im Zimmer der Stationsärztin und hat sich in die Herzen aller geschlichen. Sie war dort "unsere Kimi". Sind das Ärzte, denen man nicht vertrauen kann?

Natürlich ist es auch schwer zu verstehen, dass so lange nach einer eindeutigen Disgnose gesucht wurde. Das lag aber daran, dass die Symptome zu jeder Zeit atypisch waren. 

Es kam der Zeitpunkt, an dem von vielen gefragt wurde "warum holt sie den Hund nicht nach Hause". Und das war genau der Zeitpunkt an dem ich gesagt habe, dass jetzt keine Zeit mehr zu verlieren sei und sofort mit der Behandlung in die Richtung der Polyarthritis begonnen werden sollte. Mein Verstand hat mir gesagt, dass eine sofortige Behandlung wichtiger sei als 2 Tage Ruhe zu Hause, vollgepumpt mit Schmerzmitteln.

Natürlich haben all die Untersuchungen und die vergangene OP ihren Preis. Natürlich sieht das jeder anders, der eine lässt sein Tier behandeln und ein anderer macht für das Geld lieber einen Luxusurlaub - jedem das seine. Mir ist es mein Hund allemal wert.

Kimi ist jetzt zu Hause. Sie hat kaum Muskulatur. Sie frisst mit Appetit, trinkt gut, kann sich von alleine lösen und Pipi machen, sie meldet sich, wenn sie nach draussen muss. Sie sieht aus wie ein Löwchen nach missglücktem Scherversuch. Hinterbeine kahl, Bauch kahl, Hals kahl, Vorderbeine stellenweise kahl, einen Schönheitswettbewerb wird sie zur Zeit damit wohl nicht gewinnen. Und wenn ich sage, sie geht im Garten spazieren, so ist das eine sehr langsame Angelegenheit, anfangs stellte jede Kante für sie ein unüberwindbares Hindernis dar und sie ist zunächst nach 5 Minuten so erschöpft, dass sie dann wieder tief und fest schläft. Aber sie kämpft und wird von Tag zu Tag stärker und nimmt nun schon die Treppen in Angriff. Durch die Medikamente wird sie sehr müde und so ist sie morgens fitter als abends. Aber sie wird es schaffen, sie ist auf einem guten Weg.

Und ich werde weiterhin auf mein Bauchgefühl vertrauen.


Donnerstag, 5. April 2012

Freitag, 30. März 2012

Tonis Besuch im Zwergenland

 Ich rieche genau wie Du

 Menno, wissen die hier nicht, wie man Sitz macht?

 So klein sind die Zwerge gar nicht

 Zwei schöne Schwarze

 Die ist ganz schön frech... aber ich bin flink

 da musst Du mir gar nicht die Zähne zeigen...

 Ätsch, Du kriegst mich ja doch nicht.

Geht's hier nach Hause? Ich war auch ganz brav.
Können wir jetzt endlich gehen?

Dienstag, 20. März 2012

Winter-Wookiees

Zu uns kommen die Wookiees immer im Winter und verschwinden ganz leise, sobald die Tage wieder länger und wärmer werden. Die meisten kennen Wookiees aus Star Wars aber hier bei uns leben sie, life und in Farbe.



Die Cocker-Bande, unsere Winter-Wookiees. Im Winter werden sie weder getrimmt noch gezupft oder geschoren. Das kann nicht gesund sein,. in der Kälte im Kurzhaarfell herum zu laufen, das ist ganz bestimmt von der Natur so nicht vorgesehen. Na klar, Kurzhaarcocker sind leichter zu handhaben, machen weniger Dreck. Wenn ich mir das Treppenhaus so ansehe... da müssen die Wookiees in einträchtiger Symbiose mit Wollmäusen leben. Mäuse? So groß wie sie sind, sind das Wollratten. Und sie vermehren sich rasend schnell. Wenn man eine einsammelt, lauern schon zwei Neue, um den Platz einzunehmen. Aber zurück zu den Wookiees, bevor ich mich verzettel. Seit letzter Woche haben also die Cockies ihren Sommerschnitt und wie heisst es so schön "Wookiees raus - Cockies rein". Ich weiss, einen echten Cockerkenner packt das Grausen, wenn er sieht, dass sie geschoren und nicht gezupft wurden. Aber ihnen scheint es nichts auszumachen. Sie genießen mit Kurzhaarschnitt die Sonnne und ganz ehrlich, sie sind schön langbeinig schlank.



Keine falschen Gedanken - Kimi hat einen Knochen im Maul und muss ihn retten.

Ach und was auch aufgefallen ist: mit den Wookiees sind die Wollratten verschwunden, nur ab und zu taucht eine kleine Wollmaus auf...

Sonntag, 18. März 2012

Germany's next top model

Er hat's ganz einfach drauf. Legt sich hin und gut ist. Das Posen muss er nicht lernen. Heidi Klum kann da mit ihren Models einpacken.




Freitag, 16. März 2012

Sonntag, 4. März 2012

Stöckchen

Es gibt den Spruch "Knüppel zwischen die Beine werfen" - immer, ja immer mit etwas Unangemehmen verbunden. Aber mo  hat mit Stöckchen geworfen. Und das ist etwas Feines. Dazu musste sie mir aber erst einmal erklären, was man mit diesen Stöckchen so macht,  klickt mal auf  mo, sie hat es erklärt. Schöne Idee. So muss ich endlich mal schreiben. Was viel schwieriger ist als Hunde für sich sprechen zu lassen. Fünf Fragen hat sie mir gestellt.



1. Warum bloggst Du?
Ja, warum? Eine wunderbare Art, das was ich liebe, mit anderen zu teilen. Und wer mit mir teilen möchte, schaut einfach rein.

2. Wie alt möchtest Du werden?
Für mich heisste die Frage nicht  "wie alt" sondern "wie alt". Nämlich frei in meinem Gedanken und frei in meinem Tun.
3. Wenn Du nicht für Deinen Unterhalt arbeiten müsstest / finanziell unabhängig wärest - was würdest Du dann tun?
Wahrscheinlich wäre ich den ganzen Tag mit meinen Hunden in der Natur, in meinem Garten. Würde graben und pflanzen, die Gerüche in mich aufnehmen und die Farben und Formen, die Veränderungen - das Leben eben.

4. Was magst Du an Dir besonders gerne?
Zuhören können und mit mir selbst zufrieden sein.
5. Was magst Du an Dir überhaupt nicht?
Meine mangelnde Menschenkenntnis.

Stöckchen sind rast- und ruhelos, wollen weiter. Diese hier auch. Und haben 5 Fragen im Gepäck:

1. Auf was kannst Du am leichtesten verzichten?
2. Was gehört unbedingt zu Deinem Leben dazu?
3. Welche Jahreszeit ist Dir am liebsten?
4. Was magst Du an Dir am liebsten?
5. Was magst Du an Dir überhaupt nicht?



Fünf neue Stöckchen, meine gehen an:
Rosi, weil ich ihre Arbeiten sehr mag: rosi
Jutta, meine "Schwester im Geiste" die oftmals das ausspricht, was ich denke: Jutta
Taddy, mit der ich durch die Liebe zu Cockern verbunden bin: Taddy
Emma, deren Geschichten und Gedanken ich sehr mag: Emma
Maries, die mir wundervolle Sachen gemacht hat: Maries
Ich wünsche Euch allen viel Spaß.

Freitag, 20. Januar 2012

Nimm Dir Zeit

zum Spielen -
das ist das Geheimnis
der ewigen Jugend.
-aus Irland-

Wenn das so wäre, würden die Pinschs mindestens 100 Jahre alt. Aber nach der langen Zeit des Watens durch Pfützen und Regenbäche, des Tappelns durch Schlamm, der Spaziergänge in Dunkelheit zeigen sie, dass sie es noch können: das Toben und Fliegen.













Sonntag, 15. Januar 2012